Feinkost Journal | Ausgabe 03/2020

5 Eine Fernseh-Reportage über die neuesten Trends im Food- bereich war Ausgangspunkt für unser heute umfangreiches Sortiment an Feinkost-Produkten mit Meeresalgen. Berichtet wurde über einen kleinwenig verrückten Fischer vor der Küste von Long Island. Er startete vor drei Jahren mit einer Algenzucht und beliefert seither die gehobenen New Yorker Restaurants mit dem Meeresgemüse. Algen sind dort total „in“. Man verwendet sie nicht nur als Beilage, sondern als „basics“ alternativ zu Spaghetti oder als Salatkomponente. Meeresalgen haben kaum Kohlenhy- drate und strotzen vor Vitaminen. Außerdem sind sie ex- trem jodhaltig: Gesundheit pur! Die Sache klingt hochinteressant und wir recherchieren, ob es denn frische Meeresalgen auch in Bio-Qualität gibt. Flo- rian, Einkaufsleiter bei BIO-VERDE, wird schon bald fün- dig. In einem kleinen Fischerdorf in der französischen Bre- tagne gibt es jemanden, der sogar Algen mit Naturland Zer- tifikat anbietet. Das neue Essen: Gemüse aus demMeer Parade-Beispiel für kulinarische Evolution Das Dorf heißt Lesconill. „Flo“ lernt dort Marie kennen. Sie kommt aus einer alt eingesessenen Fischerfamilie, die schon seit Generationen das Fischereihandwerk ausgeübt hat. Wie viele andere mussten sie vor der Vorherrschaft der groß-industriellen Fischereiflotten kapitulieren. Man ist ge- zwungen, anderweitig zu Recht zu kommen. Auf einer Asienreise kommt Marie erstmals mit den Algen als Nahrungsmittel in Berührung. Sie befasst sich mit der Herkunft und der Beschaffenheit der Produkte. Zurück in ihrem Dorf ist sie von dem Gedanken beseelt, essbare Al- gen auch in ihrer bretonischen Heimat zu kultivieren. Zwischenzeitlich gilt sie in Frankreich als Vorreiterin der Algenzucht nach Richtlinien des ökologischen Landbaus. Der Aufwand ist enorm, denn das Meeresgemüse darf nur selektiv bei Ebbe abgeerntet werden. Alles wird von Hand gemacht. Der Schutz des Wurzelwerks und der Bodenstruk- tur haben beim Abschneiden der Halme oberste Priorität. Ein Ausreißen der Pflanzen ist absolut tabu. Das ist gelebte Nachhaltigkeit! Die alte stillgelegte Fischfabrik im Dorf hat Marie mit ih- rem Mann umgebaut. Mittlerweile sind dort 18 Menschen mit der sorgsamen Verarbeitung des Meeresgemüses be- schäftigt. BIO-VERDE nimmt jährlich etwa 35 Tonnen ab. In der Eresinger Produktionssstätte werden daraus Fein- kost-Salate und ein „super leckeres Pesto“ hergestellt. Seit Neuestem dient das Algenpesto auch als Füllmaterial für die neue gleichnamige Ravioli-Sorte. Steckbrief Bio-Algen Die Braunalgen wachsen an felsigen Küsten, deren Terrain für den Bio-Anbau genau festgelegt ist. Grundlage ist beste Ge- wässerqualität. Im Vergleich zu den getrockneten Algen sind die frischen „Meeres-Spaghetti“ reich an Spurenelementen. Sie gehören zu den Algen mit einem mäßigen, sehr stabilen Jodgehalt. Umso höher ist jedoch ihr Anteil an Eisen, Kalium, Vitamin C, Vitamin B 12 und Ballaststoffen.

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